„Die Erde verbirgt noch viele Knochen”

Bernd Serwatka
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„Die Erde verbirgt noch viele Knochen”

Beitragvon Bernd Serwatka » Di 23. Feb 2016, 11:08

https://www.pol-int.org/de/conference/d ... ergessenen




Polnisch-Deutsche Konferenz „Die Erde verbirgt noch viele Knochen”. Die vergessenen Erinnerungslandschaften - protestantische...
Kulturreferentin für Westpreußen·Montag, 22. Februar 68167 Mal gelesen bei Facebook
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen des Kulturreferates, der deutschen sowie der polnischen Projektpartner lade ich Sie herzlich zu der polnisch-deutschen Konferenz „Die Erde verbirgt noch viele Knochen”. Die vergessenen Erinnerungslandschaften - protestantische Friedhöfe in Großpolen nach 1945” ein, die in Zusammenarbeit des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien mit dem Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen/Poznań am 26. und 27. Februar 2016 in der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen/Poznań stattfindet.
Anbei weitere Informationen sowie das Rahmenprogramm der Konferenz:
Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań, Collegium Historicum, ul. Umultowska 89d
Poznań 26.02.2016-27.02.2016
Die Organisatoren
Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań; Historische Fakultät der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań; Kulturreferat für Westpreussen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien (Warendorf), Deutsch-Polnische Gesellschaft in Poznań, Zentrum „Institut für die Geschichte Großpolens“ der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań
Der wissenschaftlich-organisatorische Beirat
Prof. Dr. Hab. Witold Molik, (der Vorsitzender des Instituts für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań); Prof. Dr. Hab. Krzysztof Makowski (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Przemysław Matusik (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Kazimierz Ilski (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Violetta Julkowska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Danuta Konieczka-Śliwińska, (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Dr. Jerzy Domasławski (Institut für Kunstgeschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Ogierd Kiec (Universität in Zielona Góra), Prof. Dr. Hab. Jarosław Kłaczkow (Mikołaj-Kopernik-Universität in Toruń), Dr. Hab. Jerzy Kołacki (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Izabela Skórzyńska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Prof. Dr. Hab. Anna Wachowiak (Humanistische Hochschule der Gesellschaft für Allgemeinwissen in Szczecin), Prof. Dr. Hab. Joachim Rogall (Seminar für Osteuropäische Geschichte der Universität Heidelberg), M.A. Magdalena Oxfort (Westpreußisches Landesmuseum, Warendorf).
Ziel und Beschreibung
„In allen Weltkulturen und durch die ganze Menschheitsgeschichte hinweg wurden Friedhöfe, Gräber und ewigen Ruheorte mit außerordentlicher Pietät betrachtet und werden bis heute, entsprechend ihrer jeweiligen Kultur-und Zivilisationszustands auf diese Weise behandelt.“
(Denkmalschutz für Friedhöfen. Die Anordnung des Episkopats - Kommission zur Kirchlichen Kunst 1987)
Die Untersuchung des Zustands der sakralen Objekte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Großpolen sowie in Westpreußen und Pommern nach 1945 hat breite wissenschaftliche, politische, ethische und kulturelle Begründung. Denn sie besitzen sehr wichtige Funktionen für das individuelle, lokale und kollektive Gedächtnis, besonders in den Gebieten, die im 19. Jh. und bis 1945 zum Deutschen Reich gehörten. Mindestens bis 1989 stellten die protestantischen Friedhöfe in Großpolen, die vor allem mit der Konfession der deutschen Bevölkerung identifiziert wurden, die Landschaften dar, die von wilden Bäumen und Unkraut bewachsen waren. Sie gerieten in die Vergessenheit der lokalen Gesellschaften. Verantwortlich dafür waren unter anderem die Geschichtspolitik der jeweiligen Machthaber, die Ignoranz der lokalen Behörden und oft ihre schlechte finanzielle Lage. Die Friedhöfe sagen viel über das Verhältnis der Posener zur ihrer eigenen Geschichte, eigenen nationalen, regionalen und konfessionellen Zugehörigkeit. In Bezug auf das multikulturelle Territorium, die multiethnische und multikonfessionelle Geschichte sowie auf die dortigen verschiedenartigen Erinnerungslandschaften informieren sie über den Umgang mit dem Fremden, in unserem Kontext mit dem deutschen Kulturerbe, also auch mit den protestantischen Friedhöfen. Die „nichtkatholischen Begräbnisorte“ in Großpolen sind im fatalen, degradierten und verwüsteten Zustand, obwohl sie sich unter der Obhut vom Staat, den Gemeinden und auch der katholischen Kirche befinden. Die Änderung dieser Situation ist ein wichtiger Schritt im deutsch-polnischen Versöhnungsprozess.
Seit einigen Jahren erfreuen sich die Friedhöfe einer steigenden Popularität, besonders in den anthropologischen und soziologischen Forschungen zu „Gedächtniskulturen“, „Erinnerungsorten“, „Erinnerungslandschaften“ oder „Erinnerungspolitiken“. Die polnischen Forscher, besonders die Historiker, betrachten diese Kategorie und Problematik jedoch mit großer Skepsis und mit großem Misstrauen. Dies führt dazu, dass die wissenschaftlichen Forschungen einen sehr begrenzten und lokalen Charakter besitzen. Der aktuelle Forschungsstand über die protestantische Konfession in Großpolen nach dem Zweiten Weltkrieg kann keinesfalls beeindrucken und ist hinsichtlich der sakralen Objekte, insbesondere der Friedhöfe, äußerst gering. Die bisherige wissenschaftliche Bearbeitung der Geschichte und des heutigen Zustands der evangelischen Friedhöfe in Großpolen bildet ein sichtbares Desiderat. Außer einigen kurzen Aufsätzen oder gar Berichten, gibt es keine richtige Monographie oder keinen ausformulierten Aufsatz, der dieses Thema behandeln würde. Umso wichtiger ist also ein Projekt, das sich mit dieser Problematik im breiten interdisziplinären Umfang befassen wird.
Sowohl die große Anzahl von Friedhofsobjekten, aber auch die Abneigung der Forscher gegenüber dem deutschen Kulturerbe haben zu diesem Forschungsdesiderat geführt. Auch die Frage nach den Quellen spielte in diesen Zusammenhang eine wichtige Rolle. Die Informationen zu den Friedhöfen sind sehr zerstreut und unvollständig überliefert. Das geplante Projekt kann diese Lücke schließen, auch wenn es keine ausgearbeitete Methode genutzt werden kann. Dabei darf man die komplizierte rechtliche Sachlage nicht außer Acht lassen. Ebenso wichtig sind Aspekte des politischen und gesellschaftlichen Umgangs mit den Friedhöfen. Deswegen sollten zuerst theoretisch-methodologische und praktische Probleme gelöst werden. Im nächsten Schritt werden historiographische, archivalische und topographische Forschungen durchgeführt. Die geplante Konferenz soll als Austausch von Theorien und Methoden im Hinblick auf die Forschungen des konfessionellen deutschen Kulturerbes dienen, um damit den breiten Rahmen für das künftige große Forschungsprojekt zu geben.
Hauptziele der Konferenz:
I. Methodologisch-Historiographischer Teil
1. Die Ausarbeitung und Kategorisierung der terminologischen und begrifflichen Dimensionen bezüglich der protestantischen Kirchen und ihren sakralen Objekten in Großpolen (Erklärung der Unterschiede zwischen deutscher und polnischer Sprache).
2. Ein Versuch zur Schaffung eines Umgangsmodells mit dem protestantischen Kulturerbe in Großpolen, dabei vor allem mit den evangelischen Begräbnisorten unter Einbeziehung von methodologischer Konzeption der „Rettungsgeschichte“.
3. Die Diskussion über den historischen und gegenwärtigen Charakter des Protestantismus in Großpolen in Folge der territorial-politischen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Politik der kommunistischen Machthaber Polens gegenüber den protestantischen Kirchen.
II. Workshop
1. Der Austausch von Erfahrungen der in Großpolen tätigen gesellschaftlichen Initiativgruppen, die mit evangelischen Friedhöfen verbunden waren und sind. Die Ausarbeitung eines Katalogs mit Methoden zum Umgang mit den Friedhöfen: die archivalischen, historiographischen, kartographischen und ikonographischen Recherche, Presse- und Internetsuche, sowie topographische Untersuchungen mit dem Ziel, den materiellen und rechtlichen Zustand der wiederentdeckten Objekten photographisch zu dokumentieren, zu beschreiben und den Charakter des lokalen historischen Gedächtnisses zu bestimmen.
2. Die Festlegung des Forschungsablaufs (Explorationsprozeduren) für die Untersuchungen zur lokalen Erinnerung der Friedhofslandschaften. Eine anthropologische Perspektive.
3. Die Verortung der archivalischen, biographischen und historiographischen Zuständen in den Sammlungen der lebenden Protestanten aus Ostmitteleuropa und die Besprechung des Programms für die zukünftige Zusammenarbeit.
Konferenzsprache: Polnisch und Deutsch (simultane Übersetzung)
An der Konferenz „Die Erde verbirgt noch viele Knochen. Die vergessenen Erinnerungslandschaften - protestantische Friedhöfe in Großpolen nach 1945“ werden Referenten und Gäste aus Polen und Deutschland teilnehmen.

RAHMENPROGRAMM
FREITAG, 26.02.2016
9.00-9.30: Begrüßung
Prof. dr hab. Józef Dobosz (Direktor des Instituts für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań)
Prof. dr hab. Kazimierz Ilski (Dekan der Historischen Fakultät der Adam- Mickiewicz-Universität in Poznań)
Magdalena Oxfort M.A. (Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien (Warendorf)
9.30-10.00: Einführungsvortrag
Prof. Dr. hab. Ewa Domańska (Institut für Geschichte der Adam- Mickiewicz-Universität in Poznań), Friedhöfe als Untersuchungsgegenstand in der rettenden Geschichte („Rettungsgeschichte“)
10.00-11.00: I. Theoretische und methodologische Fragen
Dr. hab. Jerzy Kołacki (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Das Konzept zur Untersuchung den protestantischen Friedhöfe in Großpolen.
Prof. Dr. hab. Izabela Skórzyńska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz Universität in Poznań), Prof. Dr. hab. Anna Wachowiak (Humanistische Hochschule in Szczecin), Die deutschen protestantischen Friedhöfe“ als Beispiel der symbolischen Domäne im Posener Land und in Pommern.
Prof. Dr. hab. Danuta Konieczko-Śliwińska, (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Die Nekropolen als regionale und lokale Erinnerungsorte.
Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Hab. Krzysztof Makowski (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań)
11.15-11.30: Kaffeepause
11.30-12.45: II. Historiographie und Quellen
Prof. Dr. hab. Olgierd Kiec (Universität in Zielona Góra), Die Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kichre im Posener Land, insbesondere nach 1945.
Prof. Dr. hab. Jarosław Kłaczkow (Mikołaj-Kopernik-Universität in Toruń), Die Posener protestantische Kirche und ihre Friedhöfe nach 1945 in polnischer Historiographie.
Filipowska Karolina (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Die jüdischen Friedhöfe in Großpolen nach 1945 – Erwägungen.
Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Hab. Izabela Skórzyńska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań
12.45-13.00: Kaffeepause
13.00-14.15: II. Historiographie und Quellen
Dr. hab. Konrad Białecki (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Die Kirchenpolitik des polnischen Staats gegenüber der sakralen Objekten der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen nach 1945.
Prof. Violetta Julkowska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Das Schicksal der evangelischen sakralen Erbe in Kościań (Kosten). Eine Fallstudie.
Dr. Katarzyna Woniak (Zentrum für Historische Forschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften), Flatau und deutsch-polnischen Erinnerungsorte.
Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Hab. Jarosław Kłaczkow (Mikołaj-Kopernik-Universität in Toruń).
14.15-15.15: Mittagspause
15.15-16.15: II. Historiographie und Quellen
Johannes Staemmler (OKR) Johannes Staemmler aus Posen im Lichte seiner Erinnerungen.
Hubert Owczarek (Deutsch-Polnische Gesellschaft in Poznań), Die Fotographien der protestantischen Friedhöfe in den Internet-Sammlungen.
Dr. Justyna Budzińska (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Die unter der Denkmalpflege stehenden Friedhöfe aus der Perspektive der Kunstgeschichte.
Diskussion
Moderation: Prof. Dr. Hab. Jarosław Kłaczkow (Mikołaj-Kopernik-Universität in Toruń).
16.15-17.15: Kaffeepause
17.15-18.15: Workshop. I. Erfahrungen und Praktiken
Wałkowska Joanna, (Institut für Urgeschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań), Die evangelischen Friedhöfe aus der Perspektive der Archäologie: Herausforderungen und Forschungsmöglichkeiten.
Pfarrer Waldemar Wunsz (Evangelisch-Augsburgische Pfarrei in Konin). Die protestantischen Friedhöfe in Pfarrbezirk Konin.
Maksymilian Frąckowiak (Verein „POMOST” („Brücke”), Die protestantischen Friedhöfe in Großpolen in Hinblick auf Tätigkeit des Vereins „Brücke“.
Moderation: Prof. Dr. Hab. Przemysław Matusik (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań).
18.15-19.00: Zusammenfassung des ersten Tagungstags
19.00: Festbankett
SAMSTAG, 27.02.2016
9.00-10.45
Adam Maliński (Oborniki), Revitalisierung der evangelischen Friedhöfe in Kreis Oborniki
Dr Marceli Tureczek (Universität in Zielona Góra), Evangelischer Friedhof in Brójce
Patrycja Karwan-Makosch (Kępno), Die Tätigkeit des Vereins „Socjum Kepno und Umgebung“.
Przemysław Kowalski (Pyzdry), Olęderskie (holländische) Friedhöfe in der Tätigkeit von „Echo Pyzdr“
Diskussion
Moderation: Hubert Owczarek (Deutsch – Polnische Gesellschaft in Poznań)
10.45-11.00: Kaffeepause
11.00-12.15: Workshop
Przemysław MIerzejewski (Nowy Tomyśl), Die protestantische Friedhöfe in Kreis Nowy Tomyśl
Jerzy Osypiuk (Nakło), Die holländischen Friedhöfe rufen nach Rettung. Erinnerung oder die Nekler Alternative?
Katarzyna Wieczorek (Czempin), Der Verein der Liebhaber und Sympathisanten des Czempiń-Gebietes – die Revitalisierung des protestantischen Friedhofs in Czempin.
Diskussion
Moderation: Dr. Hab. Jerzy Kołacki (Institut für Geschichte der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań)
12.15-12.30: Kaffeepause
12.30-14.00: Workshop II: Deutsche Perspektive
Karin Ziegeler (Gemeinschaft evangelischer Posener (Hilfskomitee) e. V, Lüneburg), Die Aktivitäten der Gemeinschaft evangelischer Posener (Hilfskomitee) e. V.
Christfried Boelter (Gemeinschaft evangelischer Posener (Hilfskomitee) e. V, Lüneburg), Der Konvent der ehemaligen evangelischen Ostkirchen und sein Engagement für die deutsch-polnische Versöhnung
Helumt Brauer (Lübeck), Die deutsch-polnische Zusammenarbeit in Kreis Oborniki
Hinz Klaus (Erftstadt), Die evangelischen Friedhöfe in Kalisch und Umgebung
Moderation: M.A. Magdalena Oxfort ((Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien, Warendorf
14.00-15.00: Mittagspause
15.00-16.30: Podiumsdiskussion und Zusammenfassung
(Leitung: Prof. Dr. hab. Izabela Skórzyńska, dr hab. Jerzy Kołacki, Magdalena Oxfort M.A.)

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